Monday, October 24, 2005

karriere

nun denn,
erstmal schnell vorweg...ich erhalte keine mails mehr über kommtentare und post seit bashkar das geändert hat...kann aber sein, das keiner postet oder kommentiert...

zur sache:
beim lawblog habe ich mal wieder so ein loblied auf die goldscheißende wollmilchsau als bewerber gelesen (guckst du hier). dabei kommt mir mal wieder so einiges hoch.
aalglatte biographien, zertifikate, erfahrungen und alles getan, was man tun muss um erfolgreich zu sein. vielleicht merken es die "personaler" der großen deutschen industrie nicht, aber sie steuern mit ihrer kriterien fixiertheit auf die norm-biographie ohne wert zu.

1) auslandserfahrungen:
es mag sein, dass vor 10 oder 15 jahren auslandserfahrungen ein ganz, ganz toller indikator für berufserfolg und leistungsfähigkeit gewesen ist. aber ich bezweifele, dass er heutzutage noch gut funktioniert. vor einiger zeit, waren es nur die innovativen, die risikofreudigen und leistungsstarken, die ein- oder zwei semester ins ausland gegangen sind. die tun das heute wahrscheinlich immer noch, aber dazu kommen die "biographie-aufbügler" und diejenigen, die schon immer das tun, was alle anderen tun. ob dort nun eine leistung oder eine wichtige erfahrung gemacht wird, ist fraglich. ob diese vergleichbar mit einer leistung im heimatland ist auch. es kann also gut sein, dass viele (so meine erfahrung) im auslandssemester eine gute zeit (sprich: einen längeren urlaub mit bildungsinhalten verbringen)...
übrig bleiben die spracherfahrungen... aber mal ehrlich, was bringt es jemanden, wenn er auf englisch fließend seine fachliche unfähigkeit preisgeben kann?
2) praktika:
immer mehr, immer länger, immer spezieller.... also, ich halte praktika für ne tolle angelegenheit aber für den praktikanten! nicht für zukünftige arbeitgeber! wenn ein praktikant eine wichtige tätigkeit während eines dreimonatigen praktikums lernt, dann kann man sie ihm a) auch beim neuen job "on the job" beibringen und wenn sie b) wichtiger ist, als die erworbene qualifikation im studium, sollten die arbeitgeber keine absolventen, sondern lehrlinge einstellen...gerade auch als selektionskriterium am oberen rand, sollten praktika eigentlich irrelevant sein. entweder will man eine bestimmte person mit einer bestimmten qualifikation oder eben nicht. haben mehrere personen die selbe qualifikation, sollten eigentlich persönliche merkmale ausschlaggebend sein. praktika sagen 0 aus. es ist also eigentlich ein nettes zufallskriterium für entscheidungen, in denen man keine relevanten fakten mehr in der hand hat. dadurch dass man aber praktika als alleinigseeligmachendestudentennebenbeschäftigung propagiert hat, hat man aber, wie oben, die situation dass es es alle tun und die ableistung eines praktikums nichts besonderes mehr ist.
als einstieg in den job sind sie, nebenbei bemerkt, die wunderbarste ausbeutung von absolventen. man bezahlt wenig, lernt an, erhält qualifizierte arbeit und kann ggf. mal den ein oder anderen auswählen und anstellen. praktika sollten studenten bei der orientierung helfen und nicht für berufstätigkeit qualifizieren. mir scheint es aber so, das arbeitgeber eigentlich keine qualifizierten absolventen, sondern nur noch praktisch erfahrene haben wollen (die gibts ab 50 beim arbeitsamt).
3) pc kenntnisse
gerade habe mich selbst bei der auswahl einer edv-fachkraft verdingt...bewerbungen gelesen, vorstellungsgespräche absolviert...juhu. für was es nicht alles zertifikate gibt!!! bestimmt auch für erfolgreiches hochfahren eines pcs ohne fingernagelabbruch. es gibt leute, die lassen sich gelungenes atmen attestieren. nein, aber mal im ernst: folgende kenntnisse mit zeugnis halte ich nicht für positiv, sondern gerade im gegenteil für ein zeichen von inkompetenz:
ms office (kurs+ prüfung)
internet und email (browser, suchmaschinen)
hardware grundkurs (einrichten eines drucker, bildschirm, tastatur, maus/ in betriebnahme)
...
dann kann es doch wohl nicht sein. ich geb in einer bewerbung doch auch nicht an:
kopfrechnen (großes- und kleines einmaleins)

imho: irgendwie scheint in den letzten jahren die ganze sache mit berufseinstieg, qualifikation, bewerben etc. eine seltsame eigendynamik entwickelt zu haben. sehr irritierend und völlig absurd. ...
wollte ich mal gesagt haben...

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