Friday, December 22, 2006

Der materialistische Wähler

Nachdem ich das letzte Mal die Kennzahl „Erwartungserfüllung“ eingeführt habe, frage ich mich nun, ob es eine Möglichkeit gibt, die Entwicklung der Erwartungserfüllung vorauszusagen.

Die Erwartungserfüllung ist definiert als die Änderung des Wahlergebnisses der Regierungsparteien vom Anfang ihrer Wahlperiode zum Ende dieses Zeitraumes. Oder formelhaft: Erwartungserfüllung ist die Summe der Wahlergebnisse der bisherigen Regierungsparteien in den Wahlen zur folgenden Wahlperiode abzüglich der summierten Ergebnisse der Regierungsparteien zu Beginn ihrer (also der jetzt abgelaufenen) Wahlperiode.

Die Vermutung ist, dass der Wähler in seiner Einschätzung der Regierungsarbeit materialistisch vorgeht. Der Wähler wählt eine Regierung wieder, wenn sein materieller Wohlstand angemessen wächst, er wählt die Opposition oder gar nicht, wenn sein materieller Wohlstand nicht zu seiner Zufriedenheit steigt oder sogar sinkt.

Um diese Hypothese zu testen brauchen wir eine Kennzahl für den materiellen Wohlstand. Die einfachste Maßzahl wäre die Wertschöpfung in der Form des BIP. Um die Wahlbevölkerung besser abzubilden wäre das BNE (Bruttonationaleinkommen) etwas geeigneter, da im Inland lebende Ausländer hierbei nicht, dafür jedoch im Ausland lebende deutsche Staatsbürger (=Wähler) erfasst werden.

Möglich wäre es noch – um noch mehr auf die konkrete Einkommenssituation abzustellen – das Volkseinkommen zu betrachten. Das Volkseinkommen ist das um Abschreibungen und diverse Staatseingriffe (z.B. Zölle, Subventionen) bereinigte BNE und stellt die Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit, unternehmerischem Handeln und Vermögen dar.

Nun stellt sich noch die Frage, für welchen Zeitraum die Änderung des materiellen Wohlstands betrachtet werden soll. Der Mittelwert der Wahlperiode setzt eine langfristige Orientierung der Wähler voraus. Die Wirtschaftspsychologie zeigt aber, dass in Bezug auf Nutzen eine eher kurzfristige Sicht- und Handlungsweise überwiegt.

Die Wachstumsrate des Wahljahres selbst ist zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht abzusehen und auch noch nicht festgelegt. Handlungen der neuen Regierung können die wirtschaftliche Entwicklung noch beeinflussen. Modellrechnungen zeigen einen deutlich geringeren Zusammenhang von Wahljahreswachstumsraten aller drei Indikatoren im Vergleich zu denen des Vorjahres.

Zu den Indikatoren muss noch gesagt werden, dass alle Datenreihen von destatis (BIP) oder mir (BNE, Volkseinkommen) preisbereinigt wurden, da die wirtschaftswissenschaftliche Forschung davon ausgeht, dass die Wirtschaftssubjekte nicht der Geldillusion unterliegen, also die Inflationsrate in ihre Handlungen miteinbeziehen.

Butter bei die Fische: Der Korrelationskoeffizient von Erwartungserfüllung und Indikator liegt immerhin bei allen Betrachtungen über 0,5:
BIP: 0,63 (mit Wert des Wahljahres 0,61),
BNE: 0,70 (0,55),
VE: 0,67 (0,57).

Zu meiner Überraschung verbessert sich der Korrelationskoeffizient aber noch, wenn man weitere Jahre der Wahlperiode hinzunimmt. Das erste Jahr hat zwar kaum einen Einfluss, da es im Ergebnis aber keinen Unterschied macht, rechnen wir mit dem Mittelwert der Wachstumsraten unserer Indikatoren der Wahlperiode:
BIP: 0,73
BNE: 0,80
VE: 0,77

Im Ergebnis kann man sagen, dass der Wähler seine Wahlentscheidung zu einem nicht geringen Teil davon abhängig macht, inwieweit ihm die letzte Regierung materiell genutzt hat.

Falls jemand einen guten Indikator für Ideologie kennt, wäre ich ihm sehr verbunden.

Wednesday, December 20, 2006

Wahlen als Abrechnung mit der Regierung

Ich habe mich schon länger gefragt, warum Wahlergebnisse immer als Bestätigung des Wahlprogramms gesehen werden. Nach meiner Einschätzung fragen sich die Leute eher, ob sie mit der Regierung zufrieden waren, nicht, ob Konzept A besser als Konzept B ist.

Gehen wir also mal davon aus, dass Wahlergebnisse die Regierung der abgelaufenen Wahlperiode bewerten.

Um das zu operationalisieren schaffen wir uns eine Kennzahl „Erwartungserfüllung“, die der Veränderung des Wahlergebnisses der Regierungsparteien der letzten zu dieser Wahlperiode entspricht.


Wahlperi.| Reg. Opp. Zus. Regier.| Erwartungs-
---------+ ---- ---- ---- -------+ erfüllung
1949-1953| 42,9 29,2 54,7 CDU/FDP| 11,8
1953-1957| 54,7 28,8 57,9 CDU/FDP| +3,2
1957-1961| 50,2 39,5 45,3 CDU/---| -4,9
1961-1965| 58,1 36,2 57,1 CDU/FDP| -1,0
1965-1969| 86,9 09,5 88,8 CDU/SPD| +1,9
1969-1972| 48,5 46,1 54,2 SPD/FDP| +5,7
1972-1976| 54,2 44,9 50,5 SPD/FDP| -3,7
1976-1980| 50,5 48,6 53,5 SPD/FDP| +3,0
1980-1983| 53,5 46,0 45,2 SPD/FDP| -8,3
1983-1987| 55,8 43,8 53,4 CDU/FDP| -2,4
1987-1990| 53,4 45,3 54,8 CDU/FDP| +1,4
1990-1994| 54,8 41,0 48,3 CDU/FDP| -6,5
1994-1998| 48,3 48,1 41,3 CDU/FDP| -7,0
1998-2002| 47,6 46,4 47,1 SPD/Grü| -0,5
2002-2005| 47,1 49,9 42,3 SPD/Grü| -4,8
2005-2009| 69,4 26,6 --,- CDU/SPD|

(Wahlperi.=Wahlperiode; Reg.=Ergbenis der Regierung; Opp.=Ergbenis der Opposition; Zus.=Ergebnis der Regierung bei Folgewahlen; Regier.=Regierungsparteien)

Was sehen wir: Seit 1990 haben wir keine Regierung mehr, die „gut“ – im Sinne von: Im Interesse der Wähler – regiert. Nun ist eine sinkende Erwartungserfüllung nicht gleichzusetzen mit einem Abtritt der Regierung. Wenn eine Partei bzw. Koalition nur weiterhin über genügend Zustimmung verfügt, dann regiert sie trotzdem weiter (1972-76, 83-87, 90-94, 98-2002). Selbst mit weniger Prozenten als die Opposition kann man regieren (2002-05), da die 5%-Klausel und Überhangmandate trotzdem zu genügend Stimmen für die Kanzlerwahl führen können.

Leider korreliert die Erwartungserfüllung also nicht mit einem Regierungswechsel. Die Ergebnisse einzelner Parteien lassen sich auch nicht voraussagen, insbesondere da Zweitstimmenkampagnen und taktisches Abstimmen die Verteilung auf potentielle Koalitionspartner nicht so einfach zulassen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass nach einer großen Koalition die Chancen gut stehen, dass die Erwartungserfüllung positiv ist, selbst wenn ein Regierungswechsel stattfindet. Um eine Regierung zu bilden, muss zumindest SPD oder CDU Stimmen gewinnen damit die Koalitionsbildung ohne den bisherigen Partner funktioniert.

Auffällig ist indes der Beginn der anhaltenden Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung und dem Beitritt der DDR zur BRD. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung bis 1987 liegt bei 87%, seit 1990 liegt sie bei 79,2%. Das ist allerdings kein Trend, sondern ein neues Niveau, dass bislang recht stabil ist (man könnte also vermuten, dass durch den Beitritt anteilig mehr Nichtwähler in der BRD wohnen; Proxy:1,0985.

Sowohl das alte Wahlbeteiligungsniveau, wie auch das Neue schwanken wenig und laufen ziemlich parallel zur Nulllinie. Wir haben also nicht nur eine Unzufriedenheit mit der Regierung, sondern zugleich eine gesteigerte Unlust zur Wahl zu gehen.

Nun kann der Entschluss, nicht zu wählen, viele Ursachen haben. Gerade von einer Ablehnung der Demokratie kann man ohne weiteres nicht ausgehen. Im Zusammenhang mit der Kennzahl „Erwartungserfüllung“ kann allerdings davon gesprochen werden, dass die Wahlberechtigtengrundsätzlich mit der Regierung und der Opposition unzufrieden sind.

Wednesday, September 27, 2006

Ask a Ninja

Da es ja immer Fragen gibt, die man mal stellen sollte:

http://www.youtube.com/watch?v=OpTaBulIL_w

Ohne weiteren Kommentar.

Monday, September 18, 2006

Folter für die Freiheit

Moin allesamt,

irgendwer scheint mehr Zeit zum Schreiben zu haben.

Ein längerer Aufsatz zum Folterverbot und dem Versuch, des US-Präsidenten dieses jetzt auch offiziell zu lockern. Der zuständige Senatsausschuss ist zwar noch dagegen, wie aber das Plenum entscheidet, ist derzeit offen.

Rechtlich scheint die Lage eindeutig zu sein. Wie ungern sich der Senat internationalem Druck beugt, ist leider ebenso eindeutig klar. Es bleibt also spannend.

http://de.blog.360.yahoo.com/blog-u.ep6Oslc6N6wsk0sRmpFGNz7G0p9Q--?cq=1

Friday, September 15, 2006

Plamegate

Falls es jemanden interessiert, was für Aufgaben Valerie Plame in der CIA hatte: What Valerie Plame Really Did at the CIA
Valerie Wilson was no analyst or paper-pusher. She was an operations officer working on a top priority of the Bush Administration. Armitage, Rove and Libby had revealed information about a CIA officer who had searched for proof of the President's case. In doing so, they harmed her career and put at risk operations she had worked on and foreign agents and sources she had handled.

[...]

Her unit was expanded and renamed the Joint Task Force on Iraq. Within months of 9/11, the JTFI grew to fifty or so employees. Valerie Wilson was placed in charge of its operations group.

There was great pressure on the JTFI to deliver. Its primary target was Iraqi scientists. JTFI officers, under Wilson's supervision, tracked down relatives, students and associates of Iraqi scientists--in America and abroad--looking for potential sources. They encouraged Iraqi émigrés to visit Iraq and put questions to relatives of interest to the CIA. The JTFI was also handling walk-ins around the world. Increasingly, Iraqi defectors were showing up at Western embassies claiming they had information on Saddam's WMDs. JTFI officers traveled throughout the world to debrief them. Often it would take a JTFI officer only a few minutes to conclude someone was pulling a con. Yet every lead had to be checked. (The Nation)

Saturday, September 09, 2006

Shadowrun im Kino

Moin Chummer,

hier gibts zwei Kurzfilme und Kritiken für alle Shadowrun- und sonstigen Rollenspielfans.

http://de.360.yahoo.com/thehideousbigj

Das ist BTW Danielas - so die Hälfte von Euch Schreiberlingen dürfte sie kennen - Blog und vorläufige Homepage. Willkommen.

Tuesday, September 05, 2006

Lernpause

Ja, ich weiß, ich sollte lieber lernen anstatt zu surfen, und ich setze mich auch bestimmt gleich wieder an den Schreibtisch, aber der Artikel war einfach zu faszinierend:
Across the eastern United States, a gruesome ritual is in full swing. The praying mantis and its relative, the Chinese mantis, are in their courtship season. A male mantis approaches a female, flapping his wings and swaying his abdomen. Leaping on her back, he begins to mate. And quite often, she tears off his head.

The female mantis devours the head of the still-mating male and then moves on to the rest of his body. “If you put a pair together and come back later, you’ll just find the wings of the male and no other evidence he was ever there,” said William Brown, an evolutionary biologist at the State University of New York in Fredonia.

[...]

Some sexual cannibals, including female Chinese mantises, actually eat a lot of males. “One study estimated that 63 percent of the diet of females are male mantids,” Dr. Brown said. “So they’re the main food source.” (NYT)
Und dabei wollte ich doch nur 15min im Ikea-Katalog blättern....

Sunday, September 03, 2006

Iraqwatch

Interesting
"Bush administration officials now admit that Iraqi government's original plan to rein in the violence in Baghdad, announced in June, has failed. The Pentagon has decided to rush more American troops into the capital, and the new military operation to restore security there is expected to begin in earnest next month.

Yet some outside experts who have recently visited the White House said Bush administration officials were beginning to plan for the possibility that Iraq's democratically elected government might not survive.

"Senior administration officials have acknowledged to me that they are considering alternatives other than democracy," said one military affairs expert who received an Iraq briefing at the White House last month and agreed to speak only on condition of anonymity.

"Everybody in the administration is being quite circumspect," the expert said, "but you can sense their own concern that this is drifting away from democracy." (NYT)

Friday, August 18, 2006

Rollenspielerhumor

Moin liebe Leute,

für alle Rollenspieler and friends gibt es hier ein kurzes Hörspiel aus dem Leben einer Gruppe armer Monster:

http://www.everengine.de/projekte/monstergruppe/index.html

so long
nic

Monday, August 14, 2006

Eva Herman: Die Emanzipation – ein Irrtum?

Moin liebe Leute,

wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, hat Eva Herman im Cicero und einem eigenen Buch die Frage aufgeworfen, inwieweit Frauen sich denn selbst verwirklichen sollten und dürfen.
http://cicero.de/97.php?ress_id=7&item=1111

Meine Kommentare:

"Ziehen wir Bilanz nach fast einem halben Jahrhundert Feminismus und Frauenemanzipation. Es werden so viele Ehen geschieden wie noch nie zuvor. In immer weniger Haushalten wird regelmäßig oder gar zeitaufwändig gesund gekocht."

Beeindruckende Kausalkette: Gleichberechtigung -> schlechtes Essen.
Von mir aus lassen wir das mal so stehen.

"fehlender Bemutterung"

Ah, Kindererziehung ist also Frauenarbeit. Kochen und der Zusammenhalt der Ehe (s.o.) ja auch.

Halten wir also fest: Emanzipation -> schlechtes Essen, ungehörige Blagen und zerrüttete Familien. Da hat sie ja nicht unrecht. Da allen Leuten Karriere wichtig ist, leidet halt alles andere. Und wenn sie von der Überforderung der Frau spricht und steigenden Selbstmordraten, dann hat sie da auch recht. Das nähert sich der Lebenswirklichkeit der Männer an. Die sind im Berufsleben stark ge-/überfordert und bringen sich häufiger um. Aber warum es für Frauen eine Kuschelecke geben soll, ist mir unklar. Und wie sie zu der hirnrissigen Frage

"Haben berufstätige Frauen von heute – zu denen ich ja auch gehöre – wirklich das Recht auf unbegrenzte Selbstverwirklichung oder war die Emanzipation ein fataler Irrtum?"

kommt auch. Jeder der eine intakte Familie und einen treusorgenden Partner will bzw. das sein will, kann sich doch ein entsprechendes Gegenstück suchen. Wo ist denn da das Geschlechtsspezifische.

"Betrachten wir einmal den soziologischen und biologischen Kontext."

Als wäre der soziologische Kontext nicht durch Machtstrukuren geprägt. Von "schöpfungsgewollte[r]" "Gnade" kann da wohl keine Rede sein.

"Der Mann steht in der Schöpfung als der aktive, kraftvolle, starke und beschützende Part, die Frau dagegen als der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil."

Autsch. Gut, das ist das herrschende und prägende Bild gewesen. Es gab aber auch immer Ausnahmen. Außerdem ist ihr Argument dann wohl: 'Das machen alle so, das haben wir schon immer so gemacht. Darum musst Du das auch machen.' Sehr schlüssig. Was ein Blödsinn.

"jene Gesetze, die das Überleben unserer menschlichen Spezies"

Bitte? Das ist ja eine krude Mischung aus kirchlichen Dogmen, totalitärer Überhöhung der Gemeinschaft und Argumentenaus dem Handbuch für Patriarchen. Oh je.

"Dabei sollten sich umgekehrt die so genannten Vorzeigefrauen zur Abwechslung auf den Prüfstand stellen und sich fragen lassen, welche Ziele sie eigentlich leiten. Die ehrliche Antwort wäre: Es sind Selbstgefälligkeit und Eitelkeit."

Äh, wie wir Männer? Oder ist das bei uns was anderes, wenn wir dieselben Ziele verfolgen?

"Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrages", "männlichen Berufswelt"

Blabla

"Wo sind sie jetzt, die Anführerinnen, die in den meisten Fällen selber niemals Kinder, geschweige denn Männer hatten? Sie wussten damals schon nicht, was das Glück bedeutet, ein Baby zu bekommen, einen liebenden Mann an der Seite zu haben und – manchmal unter größten Mühen – etwas zu erschaffen, was man den Familiensegen nennt."

Genau! Diesen Emanzen müsste man es doch nur mal richtig besorgen. Wenn die erst mal nen dicken Schwanz zwischen den Beinen haben, fangen die auch wieder an zu schnurren.

"Es geht mir nicht um schwärmerische Familienverklärung, ich will weder Abgründe verlogener Behaglichkeit beschwören noch alte Unterdrückungsmuster. Ich spreche von einer verlorenen Welt, die unseren Vorfahren jahrtausendelang Kraft und Halt gab, die Misserfolge und Enttäuschungen auffing und eine Quelle des Glücks sein konnte."

Eben: "konnte". Aber erstens nicht immer war und zweitens zu einem gehörigen Preis - nämlich all die "Abgründe verlogener Behaglichkeit" und "Unterdrückungsmuster", die sie nicht beschwören möchte und damit en passant unter den Tisch fallen lässt.

Als Meinung, intakte Familie sei etwas tolles, lasse ich das mal so durchgehen. Aber erstens ist die Begründung weit an jeder wissenschaftlichen Erkenntnis vorbei. Und zwitens ist der Versuch, _Frauen_und_Männer_ das _Recht_ auf einen anderen Weg abzusprechen schon weit von dem entfernt, was den liberalen Staat ausmacht, was die Verfassung als Quelle legislativer Möglichkeit (und auch als Quelle kodifizierter Moral) als möglich ansieht. Sogar die meisten Kirchen sind inzwischen weiter. Was ein Blödsinn.

so long
nic

Friday, August 11, 2006

AOL Video

Vorsicht Werbung!

Mein lieber Arbeitgeber hat nun auch ein Videoportal gestartet:
http://videobeta.aol.com/

Relativ viel kostenloses Zeug, Southpark um die zwei Dollar pro Folge. Ich nutze sowas eher selten, kann die Qualität also schwer einschätzen, aber bhaskar könnte das interessant finden. Hey, bhaskar, lebst Du noch? Zumindest die Musikvideosammlung finde ich nett.

Und nachdem in letzter Zeit so viele Horrormeldungen über den Laden verbreitet wurden: Ich mag die Leute. Die Firmenkultur ist nett und die Menschen - bis nach oben zu meinem CEO Charles - sind mit Spaß dabei. Das ist - wenn man da arbeitet - schon ziemlich viel wert.

Saturday, July 01, 2006

Fussballallüberallerlei

So allmählich komme ich ja doch ins Mitfiebern.

Hamburg, wo ich derzeit und für einige Monate weile, ist als Metropole und Austragungsort sowieso in Fussballstimmung. Menschen aller Herren Länder - samt Fahnen, Liedern und guter Laune - verwandeln die Stadt in ein einziges, großes Volksfest. Zudem sind alle nett zueinander. Eine No-Go-Area ist das hier ganz sicher nicht.
Die Stadt hat sich hübsch gemacht und - bis auf einige betrunkene Deppen, die es wohl überall gibt, direkt nach den Spielen - es macht einfach Spaß, hier zu sein.

Die ersten Spiele habe ich noch bei meinem derzeitigen Praktikumsarbeitgeber AOL gesehen, dann zusammen mit meinem kleinen Bruder und seinen Freunden.
Aber besonders nachdem ich Deutschland-Argentinien in einem Cafe direkt neben dem Fifa Fan Fest auf dem Heiligengeistfeld gesehen habe und danach die Massen auf der Reeprbahn beim Feiern besuchte, kann ich mich dem Trubel kaum noch entziehen. Wahnsinnsstimmung.

Zwischendurch gab es sogar eine Gruppe Fans und Faninen, die ein Sit-in veranstalteten, mitten auf der Strasse campten und die Nationalhymne sangen - also die korrekte Strophe natürlich. Süß, irgendwie. Und auch wenn mir 'Deutschland' brüllende Fahnenschwenker mit Bierfahne und Prolllaune außerordentlich suspekt sind, sie sind eine kleine Minderheit. Die meisten Leute sehen das sportlich und genießen das Happening.

Spannende Erfahrung.

Thursday, May 18, 2006

Literatursuche

In einem aktuellen Sachbuch findet sich folgende Passage:
Der Text nutzt die Vereinfachungen, die durch die universelle Verfügbarkeit von Computern möglich wurden. Bibliographien und Referenzen wurden fast vollständig weggelassen, weil mit Hilfe von Schlagwörtern über Suchmaschinen wie Google schnell viele nützliche, aktuelle Referenzen gefunden werden können.

Monday, May 15, 2006

Muttertagsgrüße

Bruce Schneier über die NSA-Abhör-Aktion:
This is the line that's done best for me on the radio this week:
"The NSA wants to remind everyone to call their mother's this Sunday. They need to calibrate their system." - Bruce (IP)

Tuesday, May 09, 2006

Warner Bros. versucht sich an BitTorrent

Das Preislevel von $1 hört sich vernünftig an, obwohl ich $0.50 angemessener finde. Daß das ganze nicht ohne DRM auskommt wundert nicht, fragt sich nur wie restriktiv das wird, wie die Qualität ist, und wie es mit der Portabilität aussieht, d.h. kann ich die Folgen brennen und auf anderen Computern anschauen oder auf ein Mobile-Device übertragen und kann ich Sicherheitskopien brennen? Und natürlich die wichtigste aller Fragen: Wäre sowas auch aus Deutschland zu beziehen?

In a sign that Hollywood is trying to adapt to a technology it long feared, Time Warner Inc.'s Warner Bros. is expected to announce that it will sell and rent movies and television shows online using BitTorrent Inc.'s peer-to-peer technology.

[...]

Expected to launch this summer, Warner's service will sell and rent movies and television shows the same day they are released on DVD. Releases will include newer titles such as "Harry Potter and the Goblet of Fire" as well as library titles including "The Matrix." TV shows will include "Babylon 5" and "Dukes of Hazzard." The content will have heavy-duty security features so they can't be pirated.

[...]

Prices haven't yet been determined, but they could be less than physical DVDs. "We're working with a user base that is accustomed to not paying for content," said Ashwin Navin, president and co-founder of BitTorrent, who says TV shows might sell for as little as $1. (WSJ)

Thursday, April 27, 2006

Francis Fukuyama ändert seine Meinung

Francis Fukuyamas Abschied vom Neokonservatismus in Auszügen im Magazin der New York Times
As we approach the third anniversary of the onset of the Iraq war, it seems very unlikely that history will judge either the intervention itself or the ideas animating it kindly. By invading Iraq, the Bush administration created a self-fulfilling prophecy: Iraq has now replaced Afghanistan as a magnet, a training ground and an operational base for jihadist terrorists, with plenty of American targets to shoot at. The United States still has a chance of creating a Shiite-dominated democratic Iraq, but the new government will be very weak for years to come; the resulting power vacuum will invite outside influence from all of Iraq's neighbors, including Iran. There are clear benefits to the Iraqi people from the removal of Saddam Hussein's dictatorship, and perhaps some positive spillover effects in Lebanon and Syria. But it is very hard to see how these developments in themselves justify the blood and treasure that the United States has spent on the project to this point. (NYT)
Zur Einschätzung dieses Sinneswandels z.B. auf Scotsman.com.

Linux ist Böse

Da sind soviele Fehler drin, daß muß eine Satire sein. Hier mal nur die ersten paar Zeilen:
Like most things that are worth owning, Computers are an American invention. Look at any modern computer and you will see that the whole thing is the product of American brilliance.

For example, this rugged IBM laptop I am using was designed and built by an American company. It runs software built by Microsoft, one of America's most productive organizations. My computer does everything I could possibly want: I can do my work, submit my taxes and even search the Bible.

Like all the greatest American engineering, it's an example of innovation that makes a growing group of European and Chinese hackers jealous. They hate our lead in computing technology and will stop at nothing until they have control of all of our computers. (Shelley The Republican)

Quelle ist die infowar.de Mailingliste (Archiv).

Männlichkeit

Hihi. Die Tournee der beiden Deutschen Superstars wird unter dem Namen 'Absolute Straight' vermarktet. Ich muß schon den ganzen Vormittag darüber grinsen.

Flyer gibt es, hier zumindest, gerade im Überfluss, ansonsten muß ich für den Bildbeweis auf eine gräßliche Flash-Seite verlinken, deren Soundeffekte tierisch nerven und sich irgendwie auch nicht abstellen lassen. (World-Concerts)

Und sind Flash-Webseiten nicht schon ewig aus der Mode, weil unverlinkbar, unpraktisch und unnötig?

Thursday, April 20, 2006

Kommunikation in der Beziehung

Interessantes Argument: Nicht Langeweile sondern die vermehrte Kommunikation, bzw Diskussion über die eigene Beziehung führt zu neuen Formen des Zusammenseins.
Never let it be said that these new monogamists don’t know how to articulate their desires. In fact, their loquaciousness goes a long way toward explaining how and why they do it like they do: We’re living in an age of unprecedented emphasis on “communication” in relationships. (Yep, one more thing to blame on your shrink.) Thousands of books detail how couples should communicate their wants/needs/desires/pet peeves to one another. Not happy? Communicate your concerns. Bored with your sex life? Communicate your fantasies. Had an affair? Communicate your fuckup. The result of this communication-bingeing is that negotiation is starting to trump discretion. A man is copping a feel because his partner says he can, not because her back is turned. But he’s still copping a feel. (New York)
Ziemlich interessant ist auch das dazugehörige Vokabular.

Saturday, April 01, 2006

Google Romance

Pünktlich zum 1. April startet Google einen neuen Beta-Dienst: Google Romance.

Ein Partnerservice von Google - im typischen Google-Flair:
"Google Romance users who find one another via Soulmate Search™ may then select the Contextual Dating option, which offers an all-expenses-paid romantic evening in exchange for viewing contextually relevant advertising throughout the course of the users' date [...]."

Quelle: Google-Pressemitteilung